Auf den Spuren der Hanse
Wismar (UNESCO Welterbe seit 2002)

Apri/Mai 2014

Teil 1: Wildpark 'Schwarze Berge', Hamburg, Redewisch
Teil 3: Rostock, Warnemünde, Bad Doberan, Schwerin

Besucherzaehler

Am Freitag, 2. Mai, kamen wir vormittags an dem beliebten Wohnmobilpark Westhafen an und ergatterten gerade noch den letzten freien Stellplatz. Gleich machten wir uns auf, um die schöne Altstadt von Wismar mit ihren Sehenswürdigkeiten zu erkunden. Der historische Stadtkern hat seinen mittelalterlichen Grundriss nahezu unverändert bewahrt und repräsentiert auch heute noch idealtypisch die entwickelte Hansestadt aus der Blütezeit des Städtebundes im 14. Jhdt. Wismar besitzt mit 76 Hektar die größte im Ostseeraum erhaltene Altstadt und ist ein Flächendenkmal für mittelalterliche Bau- ud Lebensweise par excellence.

Über Jahrhunderte prägte die Hanse das Leben entlang der Ostseeküste. Hier lag im Mittelalter das Zentrum der europäischen Wirtschaft. Der wirtschaftliche Aufschwung ermöglichte aufwendige Bauten: Klöster und Rathäuser, Stadttore und Mauern, Basiliken und Hallenkirchen. Viele Zeugnisse von Reichtum und Macht blieben erhalten. Rund um die Ostsee, wo kein Naturstein vorkommt, entwickelte sich im Mittelalter die Backsteingotik, der man hier auf Schritt und Tritt begegnet. Die seriell gefertigten Formsteine ermöglichten eine spielerische Kombination unterschiedlicher Einzelformen.

Unser Rundgang durch Wismar begann am Alten Hafen mit dem Gewölbehaus und dem spätgotischen Wassertor.
Das Wassertor ist das letzte von 5 Stadttoren.

Das Gewölbehaus wurde 1406 erstmals erwähnt.
Von den Vorstehern des Ratskellers, den sogenannten Weinherren, wurde hier der Wein geprüft, der zu Schiff ankam.
Das Gewölbehaus steht über der "Grube", die einer der ältesten künstlichen Wasserläufe Deutschlands ist, die durch eine Stadt führen.

Wenn man Hansestädte im Ostseeraum besucht, kommt man an den Hansekirchen nicht vorbei.
Sie waren für mich jeweils die Höhepunkte der Stadtbesichtigungen.
Dabei begegnete uns immer wieder der Name St. Nikolai. Nikolaus ist der Schutzpatron der Fischer und Seefahrer.

St. Nikolai aus dem 14. und 15. Jhdt. hat den 2. Weltkrieg heil überstanden. Mit einer Höhe des Mittelschiffs von 37 m gilt St. Nikolai nach St. Marien in Lübeck als zweithöchste Backsteinbasilika der Welt. Mich haben die warme Farbe des roten Backsteins und die ungewöhnlich steilen Proportionen, die den Blick in die Höhe ziehen, sehr beeindruckt.

An der Nordseite des Turms befindet sich ein monumetales Waldgemälde, das Christophorus zeigt.

In den Flügeln des Krämeraltars aus der Mitte des 15. Jhdt. werden Szenen aus der Weihnachtsgeschichte gezeigt.
In der Mitte neben der Mondsichelmadonna ist Mauritius, der Schutzpatron der Krämer zu sehen.

Der Hauptaltar von 1774 ist ein Werk des Spätbarock.

Das Triumphkreuz von 1430 stammt aus der Georgenkirche, die im April 1945 bei Luftangriffen stark beschädigt wurde, und soll auch wieder dort hin zurückkehren. Soche Kreuze verweisen auf den Triumph des auferstandenen Christus über den Tod. Das leuchtende Grün und die goldenen Weinbätter stellen das Triumphkreuz als Baum des Lebens heraus.

unten links: Die Krämerstraße ist auch heute noch eine beliebte Einkaufsstraße mit sorgfältig restaurierten Bürgerhäusern.

Die charakteristischen Treppengiebel am Marktplatz zeugen vom Anspruch und Selbstbewusstsein des Wirtschaftsbürgertums.

Das Patrizierhaus mit den dunkel glasierten Formsteinen
ist eines der ältesten Bürgerhäuser der Stadt (um 1380).
Es ist seit Generationen Gasthaus mit hansischem Ambiente.
Der Schwedenkopf ziert seinen Eingang.

Im Restaurant "Alter Schwede" am Marktplatz
haben wir sehr gut zu Mittag gegessen. Absolut empfehlenswert!

Der Marktplatz von Wismar ist mit 1 Hektar Fläche der größte an der Ostsee. Auf dem Bild links unten sieht man die "Wasserkunst",
ein Wassersammelbecken, das von 1580 bis 1602 im Stil der holländischen Renaissance erbaut wurde. Sie ersetzte ab 1602 die Ziehbrunnen in der Innenstadt und diente bis 1897 zur Trinkwasserversorgung der Stadt.
Holzrohre leiteten von den ca. 6 km entfernten Metelsdorfer Quellen Wasser hierher.

Im Gotischen Viertel richtete ein Bombenangriff noch im April 1945 großen Schaden an. Das mit dreiteiligem Staffelgiebel, Blendbogen und und anderem Baudekor prachtvoll verzierte Archidiakonat (um 1450) an der Ecke zur Sargmacherstraße wurde erst nach dem Zweiten Weltkrieg wieder aufgebaut.

Von St. Marien steht nur noch der 81 m hohe Kirchturm. Auch die Kirche wurde im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt und 1960 gesprengt.
Heute deuten nur noch Mauerreste ihren ehemaligen Umriss an.

Auf der Fläche des früheren Kirchenschiffes hat inzwischen Kunst ihren Platz gefunden:
oben rechts die "Kugel" von Ansgar Nierhoff
und unten links die "Tauziehergruppe" (1985/87) von Prof. Karl Henning Seemann

Überall in der Stadt verteilt kann man wunderschöne alte Backsteinhäuser aus dem 14. Jahrhundert, der Blütezeit der Hanse, entdecken.
Eines der schönsten Häuser ist das sogenannte Schabbellhaus.
Es ist ein frühes Beispiel niederländischer Renaissancekunst in Hau- und Backstein.

Der Fürstenhof war Sitz der mecklenburgischen Herzöge. Das "Neue Haus" wurde in den 1550er Jahren im Stil der italienischen Renaissance gestaltet.
Bis 1802 war der Fürstenhof Sitz des höchsten schwedischen Gerichts für Norddeutschland.
Heute befindet sich hier das Amtsgericht.

Dach diesem Stadtbesuch stand natürlich wieder ein Hundetag am Strand an. Diesmal sind wir an den Strand von Boiensdorf an der Wismarbucht gefahren. Hier am Salzhaff war der Strand und das Wasser flach - ideal für die Hunde. Das merkte man auch auf dem Stellplatz. Viele Mobilisten hatten einen Hund dabei, die sich hier frei bewegen konnten.

Chili raste begeistert durch das flache Wasser - Lebensfreude pur

Unser erster Spaziergang führte uns auf die Halbinsel Boiensdorfer Werder, die etwa einen Kilometer weit in die Mecklenburger Bucht ragt.

Gegenüber der Halbinsel liegt die Insel Langenwerder sowie im Norden die Halbinsel Wustrow.

Hier leben viele Seeadler und Höckerschwäne.


Chili im Jagdfieber Sie schwamm hinter den Schwänen her Soo weit hinaus, dass ich schon Angst hatte, ob sie den
Rückweg überhaupt noch schafft. Aber zurück an Land, animierte sie ihre Mama gleich wieder zum toben. Sieht so ein erschöpfter Hund aus?

Rehe in der Ostsee! Bevor die Hunde etwas merkten, wurden sie angeleint.

Der Weg führte uns mitten durch eine Rinderherde.

Nach dem Spaziergang gingen wir für einen kleinen Imbiss zum Kiosk des Stellplatzes und machten es uns anschließend am Wohnmobil gemütlich.
Nachmittags unternahmen wir dann noch mal einen kleinen Spaziergang in östliche Richtung.

Unser Stellplatz lag direkt am Meer ...

... und das war der Blick aus unserem WoMo-Fenster. Einfach traumhaft!

Über Nacht war das Wetter umgeschlagen und es wurde kalt und stürmisch.

Morgens noch ein letztes Toben am Strand, dann ging es weiter nach ...

... Rostock


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