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Bizarre Felsen, wilde Schluchten
Die hintere Sächsische Schweiz
Schrammsteine, Affensteine, Carola-Felsen

Anfang Juni 2014

Teil 1: Weimar, Festung Königstein, Lilienstein, Gamrig, Bastei
Teil 3: Kuhstall, Obere Schleuse, Thorwald-Wände, Hickelhöhle, Raubschloss
Teil 4: Kleinhennersdorfer Stein, Papststein, Gorisch, Pfaffenstein
Teil 5: Herkulessäulen im Bielatal, Dresden

Besucherzaehler

Schrammsteinaussicht
Dienstag, 3. Juni

Als wir Spätnachmittags am Wanderparkplatz des Falkensteins ankamen, war er noch voll belegt. Zum Glück wollte eine Gruppe Kletterer gerade wegfahren, so dass wir doch noch einen Parkplatz fanden. Nach und nach fuhren auch die anderen Autos ab, so dass wir die Nacht dort ganz alleine verbrachten.

Gleich nach dem Frühstück im Wohnmobil ging es los. Dadurch haben wir einen nicht zu unterschätzenden Vorteil gegenüber anderen Touristen. Wir sind (fast) immer als Erste vor Ort und können die Sehenswürdigkeiten ganz alleine genießen. Wenn die anderen Wanderer kommen, gehen wir bereits. Wie ich gelesen hatte, wird es auf der relativ schmalen Schrammsteinaussicht manchmal etwas eng ...
Wir waren schon um 9 Uhr oben. Aber wir waren nur die Zweiten.

Schon der Anmarsch durch den Schießgrund vorbei am Falkenstein war ein Genuss. Dann ging es über gut ausgebaute Treppen nach oben.
Ich hatte den Aufstieg durch den Mittelwinkel ausgewählt, weil ich eigentlich zusammen mit den Hunden auf die Schrammsteine gehen wollte.
Der Aufstieg begann auch wirklich ganz bequem über normale Stufen.

Aber dann kamen doch einige Passagen, die für die Hunde ein Problem geworden wären. So war ich froh, mich gegen Hundebegleitung entschieden zu haben.

Ohne Hunde würde ich beim nächsten Mal als Aufstieg den
Wildschützensteig oder den Jägersteig nehmen.
Diese Steige sind nicht einfach, aber interessanter und kürzer.

Oben angekommen.

Das sind die eigentlichen Farben des Elbsandsteins! Mich hatte immer gewundert, weshalb viele Felsen ganz schwarz sind (wie z.B. der Lilienstein). Der Sand, der sich aus ihnen löst, ist hell-silbergrau. Bis mir dann andere Wanderer erzählten, dass das Ruß ist. Durch die ehemalige starke Luftverschmutzung sind die Felsen z.T. immer noch mit einer Rußschicht bedeckt. Erst nach und nach kommt die helle Färbung der Felsen durch die natürliche Erosion wieder zum Vorschein.

Geschafft - belohnt wurde die Anstrengung dann mit diesem gigantischen Ausblick auf die stark zerklüftete Felsengruppe der Torsteinkette.

links: die Schrammsteinkette, die mit ihren Felstürmen in ihrer Zerrissenheit kaum zu übertreffen ist — rechts: Hoher Torstein und Falkenstein

Der Begriff 'Schramm'steine wurde übrigens aus der historisch häufigsten Verletzungsart abgeleitet, dem sich schrammen ...

In den Schrammsteinen finden sich einige der bedeutendsten Klettergipfel der Sächsischen Schweiz. Herausragend ist der
Müllerstein auf dem linken Bild mit d
er derzeit wohl schwierigsten Route in der Sächsischen Schweiz: Circus Maximus (XIb).
Die schwierige glatte Wand befindet sich auf der dem Bild abgewandten Talseite.

Weiter ging es über den Schrammsteingratweg bis zum Teufelsturm.
Auf dem linken Bild kann man ganz im Hintergrund die linkselbischen Tafelberge, die Festung Königstein und den Lilienstein erahnen.

Auch auf dem schmalen Schrammsteinrücken gab es immer wieder Leitern und sehr steile Treppen hinab. Nichts für Hunde!
In diesem zerklüfteten Bereich ist der aussichtsreiche Gratweg am reizvollsten.

< Die alten in den Stein gehauenen Stufen sind tief ausgetreten.
Wieviele Heerscharen mögen hier wohl schon gewandert sein?

Blick über das Durchbruchstal der Elbe hinweg zur Schönaer Ebenheit
mit der Kaiserkrone (vorne) und zum Zirkelstein (hinten).
Die beiden kleinen Tafelberge wirken wie aufgesetze Inseln
auf der platt geschliffenen Landschaft.

wundervoller Ausbilick über die Breite Kluft zu Rauschenstein und Winterberg

Der Auf-/Abstieg durch die Breite Kluft ist für Hunde kein Problem.

Über den ebenen Elbleitenweg und die vordere Promenade ging es dann
entlang der Schrammsteine wieder zurück in Richtung Parkplatz.

Das Schrammtor ist ein echtes Highlight -
auch wenn es eigentlich kein richtiges Tor, sondern nur eine Felsscharte ist.

Der Weg führt zwischen dem 60 m hohen Schrammtorwächter und den glatten Ostertürmen mit ihren äußerst schwierigen Kletterwegen hindurch.

Ein Kletterer am Falkenstein

Der Falkenstein besitzt mit seinen über 70 verschiedenen Aufstiegen für die Bergsteiger eine besondere historische Bedeutung. Im Jahr 1864 bestiegen fünf Schandauer Turner erstmals den Gipfel. Diese Besteigung gilt als Geburtsstunde des Bergsteigens im Elbsandsteingebirge. Die heute übliche Form des Felskletterns ohne felsverändernde Hilfsmittel (Einschlagen von Tritten, einbetonieren oder einschlagen von Steighilfen) setzte sich nach 1890 durch.
Der Schwierigkeitsgrad der Routen liegt zwischen III und IXc nach der sächs. Skala.

Die Hunde hatten den ganzen Vormittag brav im Wohnmobil auf uns gewartet.
Nachmittags sind wir mit ihnen noch mal durch den Schießgrund
zum Schrammtor gegangen.

Als Alternative zum Schießgrund ist übrigens der Lattengrund,
eine wildromantische enge Felsenschlucht, sehr empfehlenswert.

Weitere Wandertipps in den Schrammsteinen: klick

Wie immer auf dieser Tour haben wir abends unser Reisemobil wieder zum Startpunkt unseres nächsten Zieles umgestellt.

Für die Wanderung zum Carolafelsen bieten sich 2 Parkplätze an. Entweder der P Nasser Grund mit Aufstieg über die Wilde Hölle
oder der P am Beuthenfall für einen Aufstieg am Frienstein, vorbei am Bloßstock und den Affensteinwänden.
Ich hatte mich für den Parkplatz am Beuthenfall entschieden.
Nunja. Das war mit Sicherheit unser schlechtester Übernachtungsplatz.
Trotzdem - als wir von unserer Wanderung zum Carolafelsen zurück kamen, war auch dieser Parkplatz bis auf den letzten Platz belegt und sogar auf dem Randstreifen der Straße wurde geparkt. Und das, obwohl es kein Wochenende war. Diese Erfahrung haben wir hier in der Sächsischen Schweiz immer wieder machen müssen. Es gibt überall Wanderparkplätze. Aber zwischen 10 und 15 Uhr wird es auch an normalen Wochentagen eng.

Affensteine - Carolafelsen
Mittwoch, 4. Juni

Diese Wanderung begann gleich mit einem Paukenschlag. Wir waren erst wenige Minuten unterwegs,
da tauchte vor uns aus dem Wald der Königsgipfel der Affensteine auf: der Bloßstock.
Seine markanten Felswände sind mit ca. 90 Meter die gewaltigsten Felstürme der Sächsischen Schweiz.

Die ersten Stufen führten uns unmittelbar an den Wandfuß des Bloßstocks.
Beeindruckend! Es war unmöglich, diese gewaltige Wand richtig aufs Foto zu bannen.

Alle Seiten des Bloßstocks sind steil und glatt. Seine wuchtige Nordwand wurde erst 1958 erstmals durchstiegen.

Dann führte uns der Königsweg unterhalb der Affensteinwände
zum Aufstieg am Frienstein, dem vorderen Raubschloss.
Dieser abwechslungsreiche Auf-/Abstieg ist auch für Hunde geeignet.

Der wenig ergiebige Friensteinflössel ist eine Quelle,
die in eine Art "Hundehütte" eingebettet ist.

Oben kamen wir über den Reitsteig zu einigen Aussichtspunkten der Sonderklasse, hier die grandiose Wenzelwandaussicht.

links: Blick in den weiten Felskessel des Heringsgrunds mit der Heringsgrundnadel und seinen beeindruckenden Felsen links und rechts.
Auf dem rechten Bild schaut man über die Ebenheit bei Schöna mit der Kaiserkrone zum Großen Zschirnstein, dahinter der Hohe Schneeberg.

Dann ging's zurück über den Reitsteig zum Carolafelsen. Mit 458 m ist der beliebte Aussichtsfelsen der höchste in der umliegenden Felsenkette
und bietet mit einer ganzen Ansammlung von Aussichtspunkten einen der schönsten Rundblicke im ganzen Elbsandsteingebirge.
links: Im Hintergrund sieht man wieder die beiden schräg gegeneinander gestellten Zschirnsteine.
rechts: Blick über den Großen Dom mit den Sandlochwänden zu den Schrammsteinen und dem Falkenstein.
Ganz im Hintergrund die Tafelberge, die Festung Königsstein und der Lilienstein, rechts daneben sind die Bärensteine und der Rauenstein zu erkennen.

Das Kleine Prebischtor ist ein weiterer Höhepunkt auf dieser Wanderung.

Der Weg über die Sandlochwände mit der Höllenwand im rechten Bild verläuft über einen ganz schmalen Grat.
Wir sind dem Malerweg gefolgt, vorbei an den Zerborstenen Türmen zum Domerker.

Der Abstieg durch den kleinen Dom in's Sandloch: kurz vor der Domkanzel kam das "Aus" für Hunde - oder doch nicht?
Für Hundebesitzer empfehlen sich eher die Auf-/Abstiege neben dem Frienstein und evtl. durch die Wilde Hölle.

Auf dem mittleren Bild sieht man den hohen Felsturm, der in der Mitte des Großen Doms aufragt mit Domwächter und Ronspitze.

Von der Unteren Affensteinpromenade gibt es schöne Durchblicke zu den Affensteinen.

Auf dem linken Bild sieht man die Flachsköpfe mit der Brosinnadel. In der Mitte das Felsriff des Langen Horns.
Auf dem rechten Bild sieht man als linken Turm den Bloßstock, unter dem wir am A
nfang unserer Wanderung standen, rechts davon den Kreuzturm.
Es ist erstaunlich, dass die mächtige Wand des Bloßstocks nur ein Turm ist. s. auch Namensbedeutung: Bloßer Stock für frei(stehend)er Felsen

Wandertipp:
Eine besonders interessante, aber schwierige und nicht ganz ungefährliche Wanderung über den Oberen Affensteinrundweg findet man hier
Eigentlich wollte ich eine ähnliche Runde gehen. Wir haben uns aber aus Zeitgründen (die Hunde warteten im Auto) dagegen entschieden.
Die beiden Aufstiege Zwillingsstiege und Häntzschelstiege sind von hohem sportlichen Reiz. Schwindelfreiheit ist unbedingt notwendig.
Trittsichere Wanderer können die Stiege bei trockenem Wetter aber auch ohne Klettersteigset begehen.
Videos: Zwillingsstiege, Häntzschelstiege

Im September 2015 waren noch mal in der Sächsischen Schweiz und sind einige interessante Stiegen gegangen.
Die Häntzschelstiege gehörte natürlich auch dazu!

weiter geht's zum Kuhstall auf dem Neuen Wildenstein ...

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