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Donnerstag, 24. August 2017

Der Dreisessel - ein mächtiger Bergzug

Der Campingpark Lackenhäuser (N48.749629, E13.815437) liegt auf 850 m Höhe am Südhang des Dreisessel.
Abends werden die Kinder zum "Betthupferl" kutschiert mit Vorlesen und Puppenspiel.

Morgens sind wir zu einer Wanderung am Dreisessel durchs Steinerne Meer zum Dreiländereck aufgebrochen.
Man hätte einfach vom Campingpark aus zu Fuß zum Dreiländereck wandern können (gut 4 km, 540 hm),
wir sind aber mit dem Wohnmobil zum Dreisesselberg-Parkplatz (N48.779787, E13.800726) gefahren - ein Umweg von 25 km !

Vor einer Woche (als wir gerade in Viechtach waren) hatte es hier ein schweres Unwetter gegeben,
bei dem ganze Wälder gefallen sind und die Altstadt von Passau überschwemmt wurde.
Viele Wälder sahen aus wie ein Riesen-Mikado. Die Straßen waren gerade erst wieder frei geräumt worden.
Wir sind trotz der Warnung auf eigene Gefahr über den Adalbert-Stifter-Steig zum Dreiländereck
und von dort über den Kammweg zurück zum Dreisessel gegangen.

Der Adalbert-Stifter-Steig war am Anfang erstaunlich feucht bis nass. Am Wegrand wuchsen viele Farne.
Hier hatten wir noch etwas mit den neuesten Sturmschäden zu kämpfen ...

... aber bald gab es keinen Wald mehr, der noch hätte fallen können.

Der Bewuchs auf dem Südhang des Dreisessel-Bergzugs wirkt in weiten Teilen nur noch wie eine Steppe.

Das einst stark bewaldete Gebiet wurde infolge Borkenkäferbefalls großflächig gelichtet. Von der Baumvegetation ist nur noch Totholz zu übrig.

Besonders für Carla war die Überquerung des Steinernen Meers mit seinen z.T. tiefen Spalten eine Herausforderung.

Das Steinerne Meer am Dreisesselmassiv erstreckt sich auf einer Fläche von insges. mehr als 90.000 qm.
An mehreren Stellen des Südhanges türmen sich große und kleinere Granitblöcke wild übereinender.
Entstanden sind diese urtümlichen Felsengebilde während der letzten Eiszeit durch Frostsprengung.
Im Lauf der Zeit wurde auf diese Weise das Gestein in Einzelblöcke zerlegt, durch Erosion freigelegt
und es entstanden die bis zum heutigen Tag fast unveränderten Blockhalden.

Die Felsen sind mit Schwefelflechte überzogen. Der "Weg" bestand zum Teil aus flach gelegten Felsblöcken.

Der Campingplatz liegt übrigens unterhalb des Steinernen Meeres. Wir hätten auch direkt von dort zu Fuß hierher aufsteigen können.

Auf dem 'Seeweg' (unten) waren die Steine zu einem gut begehbaren Damm aufgeschichtet worden.

Wald 2017 — Das Dreiländereck war mal eine Wegekreuzung mitten im Wald !

alter und neuer Grenzstein
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Infolge der Grenzöffnung zu Tschechien wurde in einer gemeinsamen Aktion der drei angrenzenden Staaten ein neuer Grenzstein gesetzt.

Vom Dreiländereck aus sind wir dann über den Hochkamm
entlang der deutsch-tschechischen Grenze zurück zum Dreisessel gegangen.

'Dank' Waldsterben hat man heute eine gute Aussicht ins Tal hinunter.

Wegen der beeindruckenden Felsformationen und der naturnahen Hochlagenwälder wurde bereits 1938
ein großer Bereich des Grenzkamms zwischen Hochstein und Dreiländereck als Naturschutzgbiet ausgewiesen.
Inzwischen gehört dieses Areal als sogen. Flora-Fauna-Habitat-Gebiet zum europäischen Schutzgebietsnetz "Natura 2000".

Der Hochkammweg führt vorbei am Bayerischen Plöckenstein mit 1364 m

Bis Mitte der 1990er Jahre verlief der Kammweg im schattigen Wald. Ab 1995 fielen aufgrund der ungewöhnlich warmen Witterung jedoch weite Teile des alten Bergfichtenwaldes dem sauren Regen und dem Borkenkäfer zum Opfer. Dem Grundsatz des Nationalparkgedankens folgend wurden keine chemischen oder biologischen Abwehrmaßnahmen ergriffen. Obwohl dieses Bild des augenscheinlich "toten Waldes" befremdlich wirkt, hat sich die Nationalparkverwaltung jedoch dafür entschieden, kein Totholz aus dem betroffenen Gebiet zu entfernen. Sie vertritt die Philosophie "Natur Natur sein lassen". Es sterbe nicht der Wald, sondern nur seine alten Individuen. Im Schutze der toten Bäume soll ein neuer Wald zu einem europaweit einzigartigen "wilden Wald" nachwachsen. Der neue natürliche und baumartenreiche Wald dürfte den üblichen monotonen Nutzholzforsten ökologisch weit überlegen sein.

Am Ende der Straße liegt der Berggasthof Dreisessel, wo wir uns mit einem Imbiss gestärkt haben, bevor es weiter zum Hochstein (ganz rechts) ging.

Das granitene, durch Eiszeitkräfte bizarr geformte Massiv des Dreisessels erinnert an drei Throne,
von denen aus die Regenten von Bayern, Böhmen und Österreich einst ihre Ländergrenzen gezogen haben sollen.

Im Bayerischen Wald sind zahlreiche Felsbildungen der sogen. "Wollsackverwitterung" zu finden. Die bekanntesten und typischsten sind die Dreisesselfelsen.
Vor allem bei Granit kommt es durch physikalische und chemische Prozesse zu gerundeten Kanten,
die wie Kissen, Matratzen oder "Wollsäcke" übereinandergestapelt liegen.

der Dreisessel-Fels, 1312 m

Von der Dreisesselgaststätte aus ist es nicht weit bis zum Hochstein.

Joh.-Nepomuk-Neuman-Kapelle — Hochstein, 1332 m

Auf den Höhenzügen ist der Wald großflächig abgestorben. Aber zwischen den Fichtenskeletten wächst bereits neuer Wald heran.

Nachmittags suchte Helmut im Hallenbad des Campingparks Erfrischung.


Nach einer weiteren Übernachtung auf dem Campingplatz ging es weiter zur letzten Station dieser Reise: Passau ...

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