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Mittwoch, 13. Juni 2018

Kreuzfahrt durch den Nærøyfjord

Unser Kreuzfahrtschiff sollte an Pier 3 starten ... Aber ist das Schiffchen dort nicht vielleicht doch etwas zu groß ?? ;-)

Gestartet sind wir in Flåm am Aurlandsfjord, einem Arm des Sognefjords.

Der Sognefjord ist mit 204 km Norwegens längster und und mit 1.308 m tiefster Fjord
und der Næroyfjord ist mit 17 km sein kleinster Seitenarm und schmalster Fjord der Welt.

Seit 2005 steht der phantastische Næroyfjord auf der UNESCO Weltnaturerbe-Liste.

Die Berge am Næroyfjord ragen bis zu 1.400 m hoch schroff nach oben.

Von allen Seiten stürzen beeindruckende Wasserfälle von den Berghängen.

Der schmalste Fjord Europas ist auch der wildeste und eindrucksvollste.
Selbst größere Schiffe wirken zwischen den über 1.200 m hohen Wänden wie Spielzeugschiffe.

Der Næroyfjord ist an einigen Stellen nur 250 m breit.
Der Panoramablick an diesen Schmalstellen trägt sicherlich mit zum großen Reiz dieses Fjordes bei.

Unten zum Fjord hin steigen die Berghänge teilweise etwas sanfter an.
In diesen Bereichen sind Wälder und ganz unten auch Wiesen mit einsam gelegenen Einödhöfen zu finden,
die - mangels Straßen - nur von der Wasserseite aus erreichbar sind.

Eingerahmt von grünen Steilhängen und mächtigen Felswänden schafft diese einzigartige Fjordschlucht eine traumhafte Stimmung.

Der Kjellfoss ist mit 840 m Gesamthöhe der höchste Wasserfall Norwegens.
< Der höchste freie Fall befindet sich im oberen Teil und beträgt 149 m Meter.
Weiter unten kommen noch 2 Stränge hinzu, die sich bei 160 üNN vereinigen.

Endstation der Schiffsfahrt war Gudvangen.
Von dort aus ging es mit dem Bus durch den 11,4 km langen Gudvangentunnel
und einen weiteren 5,1 km langen Tunnel wieder zurück nach Flåm.


Flåm

Nach der Schiffstour konnten wir noch ein bisschen das schöne Wetter und die Aussicht von unserem Stellplatz genießen.
Doch das schöne Wetter war bald vorbei ...

Donnerstag, 14. Juni 2018

Flåmsbana

Am nächsten Tag stand bei leichtem Nieselregen eine Fahrt mit der Flåmsbahn an. Der Nieselregen setzte wie vorhergesagt pünktlich um 7 Uhr ein.
Der erste Zug fuhr am Bahnhof in Flåm um 7h30 ab und wir hofften, dass die Sicht noch nicht gar so schlecht ist. Zumindest saßen wir im Zug trocken.

Die 1935 - 1938 gebaute Flåmsbana war ursprünglich ein unerlässliches Transportmittel für das abgeschnittene Tal. Das Besondere an der Flåmsbahn sind hauptsächlich die technischen Details bzw. die damalige enorme Herausforderung für die Eisenbahningenieure. Flåmsbana ist eine der spektakulärsten Zugstrecken der Welt. 17 Jahre dauerten die Arbeiten für die steilste Adhäsionsbahn, die ohne Zahnradantrieb auf Normalspur verläuft. Die Gleise mussten in starkem Gefälle und in scharfen Kurven verlegt werden, damit sich die Züge die steilen Abhänge hoch- und hinunterschlängeln können. Fast 80 % der Bahngleise haben ein Gefälle von 1 m je 18 m Länge, die größte Steigung dieser Strecke beträgt 5 %. Die senkrecht aufragende Gebirgswand im oberen Teil des Tals war für die Ingenieure eine enorme Herausforderung. Um den Höhenunterschied zu überwinden, bohrten Arbeiter im Berginneren einen Wendetunnel. Auf vier übereinanderliegenden Etagen schraubt sich der Zug von Meereshöhe bis auf 866 Meter ins Bergdorf Myrdal hinauf. Hunderte Arbeiter meißelten die Trasse aus fast senkrechten Wänden. Der Zug fährt durch 20 Tunnel mit einer Gesamtlänge von 6 Kilometern. Von diesen wurden 18 Tunnel von Wanderarbeitern von Hand durch das Bergmassiv getrieben. Jeder Meter bedeutete einen Monat harte Arbeit. Heute unvorstellbar.

Der privat betriebene Zug mit seinen jährlich fast 500.000 Passagieren hat sich inzwischen zu einer der größten Touristenattraktionen Norwegens entwickelt. Flåm liegt am wunderschönen Aurlandsfjord und ist somit auch begehrtes Anlandeziel von Kreuzfahrtschiffen mit mehreren Tausend Passagieren an Bord. Und die müssen bei ihrem Landgang natürlich beschäftigt werden: z.B. durch eine Fahrt mit der Flåmsbahn. Kaum einer möchte sich die 20,2 km lange Fahrt mit der Flåmsbahn entgehen lassen. Schließlich wird die Bahnstrecke in den Beschreibungen in den höchsten Tönen gelobt und als das Highlight schlechthin bezeichnet. So heißt es z.B.: "Die Flåmsbahn ist einer der schönsten und eindrucksvollsten Bahnstrecken der Welt", "unglaubliche Zugreise" oder "… beschert Ihnen das Panorama einer der atemberaubendsten und wildesten Gebirgspartien in ganz Norwegen".

Nunja. Meine Erwartungen an diese Bahnstrecke waren also hoch. Wohl zu hoch. Die am Fenster vorbeiziehende Landschaft ist schön und hat durchaus auch ihre Reize. Meiner Meinung nach wird sie den Superlativen aber nicht gerecht. Bei unserer Wohnmobil-Fahrt durch Norwegen haben wir so großartige Landschaften kennengelernt, dass ich die Landschaft, durch die die Bahn fährt, nur als 'ganz nett' bezeichnen kann. Für die Passagiere der Kreuzfahrtschiffe ist die Landschaft sicherlich etwas Besonderes.

Mein Fazit: Die Fahrt mit der Flåmsbana wird touristisch perfekt vermarktet. Preis und Leistung stehen für mich aber in keinem ausgewogenen Verhältnis.
Der lange Zug fährt im Sommer täglich 9-10 mal und ist oft voll besetzt. Der Andrang und Auflauf der Massen ist enorm.
Für viele gilt wohl: Wer nie mit dem Nostalgiezug die 864 Höhenmeter überwunden hat, kennt Fjordnorwegen nicht.

Empfehlenswert ist es dagegen, mit der Bahn von Flåm aus hinauf nach Myrdal zu fahren und zu Fuß zurück nach Flåm zu wandern.
Der Weg ist gut ausgeschildert, erklärt sich aber auch von selbst.

 

Für die 20 km lange Strecke fährt man ca. 45 Minuten.

Die maximale Geschwindigkeit beträgt bergauf 40km/h, bergab 30km/h.

 

"Rallarvegen", der Versorgungsweg der Eisenbahnarbeiter >

Blick auf den Kårdalsfossen und die alte Transportstraße durch das Ugjerdstal.

Auf dem linken Bild kann man den Bahnkörper mit seinen Halbtunneln am gegenüberliegenden Hang sogar auf 3 Ebenen sehen,
wenn man das Dach des Bahnhofes von Vatna-Halsen mit dazurechnet.
Die
Flåmsbahn schraubt sich hier innerhalb des Berges mit einem Wendetunnel in die Höhe.
Zwischen dem Wasserfall und dem Bahnhof von Vatna-Halsen muss die Flåmsbahn auf 3 km 150 Höhenmeter überwinden.

Doch bevor wir in die Tunnel des gegenüberliegenden Hanges eintauchen,
macht der Zug erst mal einen 5minütigen Fotostopp
am gewaltigen Kjosfossen-Wasserfall.

Der Kjosfossen liegt bei 840 m NN und hat eine Fallhöhe von 93 m.

Die ganze Umgebung des Kjossfossen ist von feinem Sprühnebel erfüllt.

Blick auf den See Reinungavatnet und seinen Abfluss, der den Kjosfossen-Wasserfall speist.
Im Bahnhof von Myrdal auf der Hochebene finden Reisende Anschluss an die Strecke Bergen-Oslo.

Nach einem kurzen Aufenthalt in Myrdal fährt die Flåmsbahn wieder nach Flåm zurück.
Zwischen dem Kjosfossen und Myrdal kann man zwischen den Stützstreben der Halbtunnel immer wieder die Bahnstrecke auf/in der anderen Hangseite sehen.
^

Auf der Rückfahrt mischte sich während des Fotostopps Musik in das Brausen der Wassermassen.
Es dauerte allerdings eine Weile, bis ich den Tanz der Huldra bemerkte. Sie wirkt winzig klein neben dem Naturspektakel.
Sie kreist und rudert mit den Armen in der Luft, dreht und wendet sich wie die Bahn im Tunnel.
So plötzlich wie sie aufgetaucht ist, verschwindet sie auch wieder - nur um kurz darauf an einer anderen Stelle wieder aufzutauchen.

Dem Volksglauben nach lebten die Huldra in der Unterwelt und an Berghängen. Bauern fühlten sich magisch von den geheimnisvollen Wesen angezogen.
Dabei waren die Frauen nur von vorn schön anzuschauen. Hinten wuchs ihnen ein Kuhschwanz aus dem ausgehöhlten Rücken.
Doch als die Männer dies erkannten, waren sie den Feen bereits verfallen, erzählt die Legende.

Der Auftritt der Touristen-Huldra dauert einige Minuten, dann verschwindet sie wieder in der Ruine.
Die Musik verklingt, und der Schaffner gibt das Signal zur Abfahrt.

Der Sage nach lockt sie die Männer in den Berg, doch anscheinend wird nach dem Stopp am Kjosfossen keiner wirklich vermisst.
Alle Männer sind wieder eingestiegen ;-)

< Für Wanderer führt der "Rallarvegen" von Myrdal aus in Serpentinen steil hinunter.
Neben dem ins Tal brausenden Myrdalsfossen geht es mit insgesamt 21 Kehren hinab.

Nach 2 Stunden kamen wir wieder in Flåm an.

Der Rest dieses regnerischen Tages war dem Faulenzen gewidmet.


Nachmittags hörte der Regen endlich auf und wir konnten noch einen kleinen Spaziergang
mit den Hunden ins Flåmsdalen bis zur 1667 errichteten Kirche in H
åreina machen.

Leider ist die Strecke direkt bei Flåm wenig attraktiv.

< Diese Brücken wurden zwischen 1910-1920 angelegt.
Sie sollen Fischern den Zugang zu diesem Lachsgewässer vereinfachen.
2014 wurden sie durch eine Flut zerstört und 2017 neu gebaut.


Weiter geht's zu Stabkirchen und einem Höhepunkt im wahrsten Sinne des Wortes: dem Sognefjellet


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