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Besucherzaehler


Freitag, 15. Juni 2018

Morgens regnete es zwar nicht mehr, aber die Berge am Aurlandsfjord waren in Wolken gehüllt.
Deshalb verzichteten wir auf die Fahrt über den Berg zur Aussichtsplattform Stegastein (Parkplatz N60°54’29,2“, E7°12’45,2“)
und über das Aurlandsfjell mit dem Snovegen (Schneeweg) und entschieden uns für die Fahrt durch den Berg.

Stabkirche Borgund

Die E16 führte uns durch den Lærdalstunnel, der mit 24,5 km der längste Tunnel der Welt ist.
Damit man im Tunnel nicht vor Langeweile einschläft, werden 3 große Hallen blau beleuchtet.

Diese Hallen sind so groß, dass im Notfall auch LKWs wenden könnten.

rechts: alte und neue Kirche von Borgund. In der Mitte zwischen den beiden Kirchen steht der Glockenturm.

Am Besucherzentrum Bordal sind genügend Parkplätze vorhanden (61.048425N, 7.814492E)
Die bemerkenswerteste Stabkirche Norwegens wurde um das Jahr 1180 erbaut
und hat ohne größere Änderungen überlebt.
Die Stabkirche Borgund wurde von außen eingeteert und ist tiefschwarz.

Die Stabkirche Borgund hat besonders prächtige, geschnitzte Drachenköpfe an den Dachtraufen.
Die Drachenköpfe entspringen dem Wikingerkult. Man musste seinerzeit den Nordmännern erlauben,
Relikte ihrer Kultur in den neuen Glauben zu retten, um sie zu christianisieren.

links: Hauptportal mit Akanthusranken an den Halbsäulen. Schlangen, drachenähnliche Tiere und Blätter verzieren die seitlichen Felder.
Der Eingang wurde möglichst schmal angelegt und mit magischen Schnitzereien verziert, um zu verhindern, dass böse Geister die Kirche betreten können.
mitte: Sakramentenhäuschen von 1550-1570, zur Aufbewahrung der heiligen Geräte zum Abendmahl
rechts: Die Altartafel stammt von 1654, der Rahmen von 1620

Von unten her gesehen, erinnert die Dachkonstruktion über dem Zentralraum
an ein umgekehrtes Schiff, wo der Dachstuhl den Spanten des Schiffes entspricht.

Die runden Bögen sind aus "Knien" gebildet -
dort, wo der Baum von Natur aus in Bogenform wächst und am stärksten ist:
am Übergang Stamm - Wurzel.

Die Stabkirchen beziehen ihren Namen aus der Konstruktion,
den tragenden Stäben vom Boden bis zum Dachstuhl,
die den hohen Zentralraum umrahmen.
< Als oberen Abschluss tragen sie Masken.

Typisch für Stabkirchen ist die Absteifung durch Zangen, Andreaskreuze
und romanische Bögen, die zusammen eine umlaufende Borte bilden.

Stabkirche Urnes

Unser Wohnmobil haben wir auf dem Parkplatz des Fähranlegers in Solvorn (61.301625N, 7.248143E) abgestellt.
Helmut ist bei den Hunden geblieben und ich bin hin- und zurück mit der Fähre über den Lustrafjord nach Ornes gefahren.

Nach einem kleinen Fußweg den Berg hinauf war die Stabkirche Urnes bald erreicht.

Passend nach Ankunft der Fähre findet in der Stabkirche Urnes
stündlich eine sehr informative Führung in englischer Sprache statt.

Die Stabkirche Urnes ist die älteste Stabkirche Norwegens (1130)
und einzige auf der Weltkulturerbeliste der UNESCO.

Die Ornamentik der Stabkirche Urnes stammt aus der Zeit um 1060.

Charakteristisch für den "Urnes Stil" sind die phantastischen Schnitzereien, die mit größter Sorgfalt angefertigt sind.
Stilisierte Tiere im Kampf, deren Körper ineinander verflochten sind. Typisch
ist die Flechtwerkornamentik, das Wechselspiel zwischen breiten und schmalen Linien sowie die fließenden Umrisse in den Motiven. Diese stellen Variationen über Stilarten zur Zeit der Wikinger dar, wie es sie auf den Runensteinen in Schweden und den britischen Inseln gibt.

Das Portal oben auf dem linken Bild ist das berühmteste Relikt der älteren Kirche aus dem 11. Jhdt.; links unten erkennt man ein großes Tier mit einer charakteristischen Mähne: ein Löwe. Der Löwe ist von ineinander verflochtenen Schlangen und anderen linienförmigen Tieren umgeben, die teils den Löwen, teils sich selber angreifen.

Die Eingangstür hat aufwendige schmiedeeiserne Beschläge. — Die Kanzel stammt aus dem Jahr 1695.

Die Stabkirche Urnes ist innen und außen ungewöhnlich reich verziert.
Auch hier findet man an den Stäben verschlungene Schnitzereien.

Die Altartafel stammt aus den 1690er Jahren,
der schiffsförmige Kerzenhalter aus dem Mittelalter.

Der prachtvoll gedrechselte Stuhl war wahrscheinlich dem Bischof vorbehalten. >
Hinter dem Stuhl ist das Taufbecken zu erkennen, das auf eine Säule aufgesetzt wurde.

Samstag, 16. Juni 2018

< Übernachtet haben wir in Gaupne im Sandvik Camping
(N61°24’02,0“, E7°18’01,5“)

Fahrt übers Sognefjell
zum Jotunheimen-Nationalpark, dem "Heim der Riesen"

Der Wasserfall "Vassbakken" stürzt 180 m in die Tiefe. >

Neben einem Wasserfall treibt gerade eine ^ Gischtwolke davon.

Schottische Hochlandrinder am Vassbakken
v

^
"Eingeborene" ;-)
die ihrem Lieblingssport frönen, sieht man in Norwegen immer wieder.

< Langsam steigt die Straße von der üppigen Kulturlandschaft aus dem Tal empor.

Bald war das Sognefjell erreicht.

Die 'Traumstraße' Sognefjellsveien führt über das Jotunheimengebirge und verbindet als Teil der Reichsstraße 55 die beiden Orte Gaupne und Lom.

Auf freilaufende Schafe oder Ziegen trifft man in Norwegen immer wieder.

Der Sognefjellsveien ist die höchstgelegene Passstraße Nordeuropas und gilt als reizvollste Straße Norwegens.

Die Rv55 führt durch eine wilde, nordische Berglandschaft mit den höchsten Bergen Skandinaviens.

Bei einem Spaziergang durch die karge Fjellheide gab es Eis zum Schlecken für die Hunde mitten im Sommer.

Der Fannaråkbreen war der erste Gletscher unserer Reise.
Die Landschaft mit ihren weißen Schneeflecken erinnerte mich etwas an schwarzbunte Rinder :-)

Im Winter kann der Sognefjellsveien wegen der großen Schneemengen und der vorherrschenden Stürme nicht benutzt werden.
Die Wintersperre dauert von Anfang November bis Anfang Mai.

Die Passhöhe des Sognefjellsveien liegt beim Fantesteinen in 1434 m Seehöhe.
Die hohen Berge in der Umgebung sind in der Eiszeit nicht bedeckt gewesen und daher auch nicht vom Eis rundgeschliffen worden.

Direkt auf dem Gipfel beim Storevasskrysset befindet sich der Rastplatz Mefjellet (61.558895N, 7.955853E).
Von dort aus hat man einen fantastischen Blick auf den Fannaråken (2068 m) und die umliegenden Berge.

Die Steinskulptur von Knut Wold
setzt die Gebirgslandschaft noch mal ganz besonders in Szene.

< Das Denkmal neben dem Rastplatz Mefjellet erinnert an eine Tragödie im Jahr 1812,
welche in den Kirchenbüchern Loms niedergeschrieben ist:
Sechs Männer aus Lom ritten im März 1812 in Richtung Luster, um Gerstenmehl zu holen,
da die Ernte schlecht gewesen war. Als ein schlimmes Unwetter über die Reiter hereinbrach,
hatten sie keine Chance und kamen allesamt ums Leben.

Auf den Schneefeldern waren einige Ski-Langläufer unterwegs.

Nun führte uns die Straße durchs Bøverdalen hinunter in Richtung Lom.


Lom, Geiranger und Brikdalsbreen


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